Upcycling Decoration

Vor einiger Zeit hat mir Wyldhuntress einen Elfenkalender geschenkt. Ein kleines Podest mit einer Elfe und darunter ein Hohlraum mit Blöcken für die Monate und zwei Würfel für die Tage, die man nach Beleiben umstecken kann. Wie das nach einem Umzug so ist geht entweder vieles verschütt oder ist beschädigt. Auch meine ganzen Figuren sind davon kaum verschont geblieben. Dem Elfenkalender fehlen die Zahlenwürfel und ein Block mit den Monaten (also fehlen zwei Monate), bei meiner Mondelfe ist die obere Hälfte des Mondes abgebrochen und auch meine „The Witcher“ und Molag Bal Figur aus „The Elder Scrolls Online“ wurden ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Aber man kann ja aus allem etwas Positives ziehen und ich dachte mir aus Alt mach Neu. Die beiden PC Figuren konnte ich gut mit Sekundenkleber reparieren ohne dass man etwas davon sieht. Da ich mich seit geraumer zeit mit Faery Shamanism (Feen – bzw. Elfenschamanismus) beschäftige hatte ich vorhin die Idee aus der Kalenderelfe einfach einen kleinen Elfenschrein zu machen. Entfernt man alle Monatsblöcke (die Würfel waren ja eh schon weg) entsteht ein Hohlraum, groß genug um dort klitzekleine Gegenstände anzuordnen. Ich wollte einen kleinen passenden Edelstein hineinlegen (und vlt nach Jahreszeit oder den Elementen wechseln) und in eine Haselnussschalenhälfte wollte ich Wachs hineingießen mit einem winzigen Docht als Kerze oder ich lege dort Erde oder ein paar getrocknete Kräuter rein. Die Nusskerze ist übrigens eine Inspiration von Norelana, die mir zum Yulwichteln vor Jahren selbstgemachte Kerzen in Walnussschalen gebastelt hatte. Ich hab sie bis heute noch als Deko auf meinem Altar liegen weil ich sie so schön finde ❤

Für die Mondelfe überlege ich den Mond entweder mit Heißkleber dranzukleben oder ich gestalte einfach eine neue Mondhälfte z.B. aus Fimo Air, so kann ich ihn auch ein wenig persönlicher gestalten und verzieren, ich hab da schon so ein paar Ideen im Stübchen herumschwirren. Habt ihr auch schon mal beschädigte Deko verwertet oder zweckentfremdet? Ich freue mich auf Anregungen und Beispielfotos in den Kommentaren 🙂

Blessed be and stay creative

Sunray

 

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Fastenzeit- Die Kunst des Verzichtens

Ja es war wieder soweit.  Meine Fast -Frau hatte sich dazu entschlossen nach Aschermittwoch zu fasten. Kein Fleisch und kein Süßkram (morgens Marmelade auf dem Brot war in Ordnung,  jedoch keine Süßigkeiten zwischendurch oder abends).  Sie bat mich mitzuziehen und ich willigte ein,  schaden könne es mir ja nicht. 

Während ich wirklich versuchte auf Fleisch (was mir sehr leicht fiel) und auch auf Süßes (was mir weniger leicht fiel) zu verzichten,  kam nach nicht mal zwei Wochen von meiner Freundin die Resignation.  Sie hatte groß getönt,  dass das überhaupt kein Problem sei 40 Tage mal auf diese zwei Dinge zu verzichten.  Na ja… Nach 10 Tagen etwa begann sie wieder Fleisch zu essen,  sehr zu meinem Leidwesen. Ich hatte extra eine Zeitschrift und ein Buch mit vegetarisch und veganen Gerichten gekauft und sie ermutigt mal kochtechnisch was Neues zu entdecken. Aus Trotz über ihre persönliche Niederlage, von der sie natürlich nichts hören wollte („Ich kann halt nicht ohne Fleisch“), machte ich dennoch weiter. Nur am Geburtstag einer Freundin (was ich vorher eingeplant habe)  wollte ich das Fasten brechen,  aber ich ertappte mich trotzdem wie ich das Fleisch mied und lieber zu Käse und Gemüse griff.  Der Mohnkuchen hatte es mir aber angetan,  doch ich war tapfer und nahm nur ein schmales Stück zum probieren. Große Ausnahme war unsere Hochzeit, theoretisch… Aber auch da nahm ich das Fischgericht (obwohl das Fleisch – ich probierte ein Stück – noch köstlicher war). Also brach ich nur mit dem Dessert und dem Kuchen.  Am Ende war ich schon relativ stolz auf mich,  soweit durchgehalten zu haben,  obwohl ich nur aus Solidarität mitzog.  Das machte mich um eine Erfahrung reicher als meine Holde und ich weiß,  dass ich die nächste Fastenzeit (wann auch immer die für mich sein mag,  ich überlege von Samhain bis Yule)  besser durchstehen könnte. 

Habt ihr auch gefastet, habt ihr es vor?  Wenn ja wann und auf was wollt ihr verzichten?  Habt ihr bestimmte Strategien?  Ich freu mich auf eure Kommentare. 

Blessed be 

Sunray Ravyn 

Zwischenspiel Teil 2- Von merkwürdigen Zufällen, Pleiten Pech und Pannen & lecker Lunch

So, die zweite Prüfung abgehakt. Manchmal frage ich mich wofür man sich drei Jahre im Vorfeld bekloppt macht, am Vortag der Klausur noch nachts bis halb 12 lernt, morgens noch mit Schulkollegen diskutiert und sich bis zum eintreffen der Lehrer kurz vor einem Herzinfarkt vor Nervosität befindet. Man macht sich dafür verrückt, dass man nachher auf die Blätter schaut und wenn man gut gelernt hat denkt: „Ach…geht ja doch“ Die vermeintlichen Pannen der Bezirksregierung sorgen da bei Schülern eher für Erheiterung und plötzlich ist alles gar nicht mehr so schlimm. Ja ich gebe zu: vor dieser Klausur heute hatte ich wirklich Angst. Mehr als vor allem anderen , vielleicht sogar mehr als vor der mündlichen Prüfung (obwohl…wenn ich da an Rechtskunde denke…). Aber hey, Teil 2 ist auch vorbei jetzt nur noch morgen und dann lernen für die mündliche Prüfung.

Der interessante Zufall (war es überhaupt Zufall) ereignete sich dann heute morgen als ich meine beiden Karten gezogen hatte. Karte für den Tag Deception- Vier der Schwerter und…Prüfungsbezogene Karte….Hecate, wieder einmal. Aus 78 gemischten Karten habe ich für meine Prüfung wieder die gleiche wie gestern gezogen. Gut, dass ich vor Prusten meinen Kaffee nicht über den Tisch verteilt habe. Na ich muss zugeben, als ich diese Karte gezogen habe gings mir nervlich schon ein bisschen besser als den Abend davor.

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Tageskarte: Deception-Vier der Schwerter, Prüfungskarte: Hecate, Crone of Cups-Scorpio

Ein Ritual habe ich gestern nicht abgehalten (ich war zu sehr mit lernen und Tabellen einprügeln beschäftigt), habe aber dafür eine schamanische Trommelreise gemacht und bin zu meinem Krafttier gereist. Allerdings war die Anspannung so groß, dass ich mich nicht wirklich fallen lassen konnte. Dauernd hat es gezwickt, gejuckt oder ich hatte das Gefühl ich müsse mich jetzt bewegen, ich war wirklich mehr als unruhig dabei.

Heute Mittag war ich dann eine Freundin in der Bücherei besuchen, die dort arbeitet und weil ich sie fast in der Mittagspause erwischt hatte und sie nicht zu meinem Geburtstag kommen konnte hat sie mich kurzerhand zum Essen in ein anatolisches Restaurant bei uns in der City eingeladen. das Essen war fantastisch und wir haben uns eine Vospeisenplatte, bestehend aus Brot mit vier Dips (Aubergine, Möhre, scharfe Tomate/Paprika, Joghurt/Knoblauch), bestellt und als Hauptgericht hatte ich eine Sucuktasche (ich konnte nicht widerstehen) und sie einen Falafelteller, wobei ich wirklich sagen muss, dass das die besten Falafel waren, die ich je probiert habe (und ich mach selber eigentlich schon gute), aber die waren echt der Knüller. Nächste Mal werde ich also auch eher zu Falafel tendieren. Die Bedienung war superfeundlich und unaufdringlich, konnte so ziemlich jeden Wunsch erfüllen (für meine Freundin z.B mehr Tzaziki) und zum krönenden Abschluss gab es guten türkischen Schwarztee vom Haus. Da war ich bestimmt also nicht das letzte Mal (ich muss das jetzt noch ausnutzen so lange ich hier bin).

Also ein rundum gelungener Tag trotz Prüfung…so kann es gerne weitergehen 🙂

Blessed be

Sunray

 

Zwischenspiel Teil 1- Von Prüfungsangst, Ritualen und Entspannung danach

So die erste Prüfungsklausur wäre (mit einem doch recht guten Gefühl) geschrieben. Ich hatte mir am Vorabend noch ein wenig „Unterstützung“ besorgt und kurzerhand ein kleines Ritual abgehalten. Die Idee kam dazu eigentlich recht spontan, nachdem ich aus Bonn zurückgekehrt bin (ich musste meine Frau dorthin bringen, damit ich ein Auto für die Woche habe). Ich habe es mir also in meiner kleinen Ritualecke gemütlich gemacht (dank des Mediationskissens von Wyldhuntress zu meinem Geburtstag <3), habe einen Kreis gezogen, Elemente, Gott und Göttin eingeladen und schließlich Athene um Weisheit und Klarheit gebeten. Zu diesem Zweck und ihr zu Ehre habe ich eine grüne Kerze (für Erfolg und Kreativität) angezündet und weißen Salbei verbrannt (nicht zuletzt um mich auch ein wenig von der Prüfungsangst zu „entgiften“, die bei mir immer sehr präsent ist, egal wie gut ich sein mag). Danach hab ich einfach noch ein bisschen im Kreis gesessen, meditiert und einfach diese Ruhe genossen ohne dass andauernd irgendwelche medizinischen Fragen und Antworten in meinem Kopf herum schwirrten.

Danach habe ich katzenkuschelnd auf der Couch geschlafen und dabei Damh the Bard gehört. Ich finde seine Musik immer beruhigend und schön, auch wenn es zwei Alben gebraucht hat, bis ich endlich einschlafen konnte. Heute morgen habe ich dann eine Tageskarte und eine prüfungsspezifische Karte aus meinem Lieblingsdeck „Daughters of the Moon“ gezogen bei einer gepflegten Tasse Kaffee. Ja und im Endeffekt ist es auch ganz gut gelaufen. Morgen wird vielleicht ein Knackpunkt aufgrund der Themenvielfalt, aber irgendwie werden wir das schon schaukeln. Jetzt trinke ich zum runterkommen erst einmal ein Tässchen Troll-Tee (ja der heißt wirklich so :D), ruhe mich bei den Katzen noch ein bisschen aus und schaue dann noch ein letztes Mal in meine Unterlagen. Mal schauen was mikr heute Abend noch so nettes einfällt, ob ich das Ritual von gestern wiederhole oder etwas anderes mache, entscheide ich spontan aus dem Bauch heraus wenn es soweit ist. Auf jeden Fall hat diese kleine Gest mir sehr gut getan und gezeigt, dass man auch ohne großes Tam-Tam kleine magische Rituale abhalten kann, ob für sich oder für andere, für mich war es sehr hilfreich und viel wert.

 

 

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Links meine Tageskarte (Earthquake-Five of Pentacles) und rechts meine Prüfungskarte (Hekate/Crone of Cups/Scorpio)

Blessed be )O(

Sunray

 

Silentium…lang ist es her…

…dass ich hier etwas geschrieben habe. Das liegt zum Einen daran,  dass das Praktikum im Krankenhaus recht stressig war, dann kam der Praxisblock in meiner Einrichtung mit  Examensvorprüfung und einige private Dinge,  die mich ein wenig ins Trudeln gebracht haben und an denen ich immer noch zu knacken habe und die mich schon belasten. Es gab natürlich auch positive Momente Ende letzten und Anfang des neuen Jahres. Sehr zum Positiven für meinen Kreativblog und die dazugehörige Facebookseite,  aber dafür auch leider zum Nachteil für diesen Blog. Ich glaube ich habe so langsam mein Problem erkannt und kann es dementsprechend anpacken:
Ich kann meine Energie meistens immer nur phasenweise in ein Projekt setzen und das andere wird dann leider immer gnadenlos vernachlässigt. So ist es auch bei meinen Internet- und Forenaktivitäten. Bin ich im Schreibnacht Forum gerade sehr aktiv, ist es mit dem Lumnetta Forum weniger. Und jetzt im Moment umgekehrt. Mir scheint es wie eine Waagschale, die nie im Gleichgewicht ist, anscheinend kann immer nur eine Seite unten sein. Ich habe für mich irgendwie noch keine Zwischenlösung gefunden. Auch der WriYoBo leidet im Moment ein wenig, weil ich im Moment einfach lieber male und zeichne (sehr zum Leidwesen meines monatlichen Wordcounts- mehr über den WriYoBo auf http://www.alantya.blogspot.de oder meiner Facebookseite). Tja es ist nie einfach mit vielen Hobbies, ich versuche einfach im Urlaub viel unter einen Hut zu bringen (auch mit kleinen To- Do -Listen), nicht um mich zu stressen, sondern einem Hobby einen Raum zu geben, ja ich habe sogar darüber nachgedacht jedem Tag ein anderes Hobby zuzuordnen und ihm dann am jeweiligen Tag nachzugehen. Ich habe keine Ahnung ob das bescheuert ist oder nicht oder überflüssig. Aber momentan gibt es auch nichts was ich temporär aufgebe (-n möchte, selbst Tribal Style Dance mache ich noch Zuhause mit einer Freundin und nach sehr guten DVDs um nicht gänzlich aus der Übung zu kommen). Wie macht ihr das mit mehreren Hobbies, habt ihr mehrere?

Keep Calm ihr Lieben 🙂

Sunray

Regelmäßiges Schreiben – mein kleines magisches Tagebuch

Auch wenn die Zeit oft knapp ist, ich immer oft „etwas Besseres“ zu tun habe oder es schlichtweg einfach vergesse… In letzter Zeit schaffe ich es zumindest regelmäßig in mein kleine magisches Tagebuch zu schreiben. Das ist weniger ein BdS wo ich Sprüche, Rezepte und Rituale aufschreibe, sondern eher mein magischer Kummerkasten oder Begleiter durch den Tag. Dinge, die mich sehr beschäftigen kommen da rein, Ideen, die vlt. im Moment noch Nebelschwaden sind und sich noch manifestieren oder einfach „Hexengeschnatter“ wie ich es gern nenne. Es kommt nicht unbedingt darauf an, das darin hochphiosophische Ansätze zu finden sind, es dient eher dazu mich ans regelmäßige Schreiben zu bekommen (quasi im Selbstversuch) und da sich nicht immer Szenen für meine Bücher entwickeln lassen (manchmal haben die Protagonisten halt keinen Redebedarf oder ich keine Inspiration) rede ich halt über meinen magischen Alltag, der leider bei mir oft zu kurz kommt, obwohl ich merke, dass es mir guttut wenn ich kleine Alltagsrituale für mich durchführe und das Ganze ein wenig zelebriere und dadurch bewusster erlebe. Sei es ein entspannendes Bad mit ein wenig OBOD Lektüre, selbstgemachten Badekugeln von Wyldhuntress und ein wenig Duftöl in der Lampe, sei es eine Tagekarte aus dem Tarot oder auch nur eine winzig kleine energetische Reinigung unter der Dusche oder das Lesen bestimmter Themenzeitschriften auf der Couch mit Katzen im Schoß und einer guten Tasse Chai Tea mit Milch und Honig.

Ja, zwischen dem ganzen Arbeits- und Alltagsstress sollte es die Möglichkeit geben mindestens eine halbe Stunde für sich (und nur für sich- einzuplanen), das Schreiben in mein Tagebuch gehört da mit dazu. Einfach sich alles von der Seele schreiben und reflektieren, was der Tag (oder die Woche) einem gegeben hat oder was einen inspiriert hat. So verlernt man auch das freie Schreiben nicht, wo ich manchmal in meinen Geschichten beim Lesen etwas stolpere. Mein Stil mag mit der Zeit vielleicht sprachlich gereift sein, doch manchmal denke ich, fehlt mir die kindliche (jugendliche) Unbekümmertheit und Leichtigkeit Szenen und Dialoge zu schreiben. Ich hoffe, dass zumindest in diesem Punkt meine Entwicklung wieder rückschrittig wird. Andernfalls werde ich meine ausstehenden Romane nie beenden können.

 

 

 

Die Magie des Feuers – und der fliegenden Kugeln

Manchmal stellt man fest, dass man etwas gerne gemacht hat, auch wenn es schon Jahre her ist. Und irgendwann kommt durch einen kleinen Impuls, der Wunsch wieder hoch es fortzusetzen. So erging es mir in den letzten Wochen mit meinen Pois ( https://de.wikipedia.org/wiki/Poi). Angefangen hat es damals vor ein paar Jahren wie (oft üblich) auf einem klienen, aber feinen Mittelaltermarkt auf Schloss Broich, fasziniert von den fliegenden Feuerkugeln (damals war ich noch mehr in meinem Feuerelement zu dem Zeitpunkt) wollte ich das Ganze natürlich auch erlernen diese Kraft zu bändigen. Diversen Internetforen und Youtube sei Dank hatte ich also mir ein paar Grundlagen angesehen und meine ersten Pois ergattert (So schöne Säckchen mit gelben Schweif). Ich probierte herum, probierte aus, schlug mich fast jedes Mal rün und blau, wenn die eigenwilligen Dinger mal wieder meinten mir ins Gesicht fliegen zu müssen…ja Körperhaltung ist sehr wichtig, ebenso wie das beinahe-ausrenken seiner Arm- und Schultergelenke. Mit der Zeit wurde ich dann besser (Fortschritte sind relativ schnell sichtbar, ein Vorteil dieser Kunst :-)) udn ich lernte eine Frau aus der Nähe kennen, die bereit war mit mir in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen zu üben. Irgendwann sagte sie ich könne es ruhig mal mit Feuer versuchen und drückte mir ihre in Lampenöl getränkten Feuerpois in die Pfoten. Auf der einen Seiten war ich davon total fasziniert, aber ich war ebenso ein kleiner Schisser und hatte fürchterliche Angst mich zu verbrennen. Dementsprechen hielt ich die Feuerpois so weit weg wie möglich von mir, als sie angezündet wurden. Ich übte ein paar Kreise und ging dann in eine zwar Standard- (aber sehr schöne) Figur über. Da bemerkte ich das erste Mal das Feuer nicht nur prasseln und knistern, sondern auch ohrenbetäubend laut rauschen konnte. Wie tosende Wasserfälle rauschte das Feuer in meinen Ohren, aber nach einiger Zeit wurde ich merklich lockerer und entspannter. Das war sie also, die geballte Kraft des Feuers in meinen Händen, ein Wahnsinnsgefühl.

Ich probierte es noch ein zweites Mal ein oder zwei Monate später. Dann war bei mir auf einmal irgendwie Funkstille. Ich kam nicht mehr zum üben oder nahm mir einfach keine Zeit dafür und meine Pois verschwanden in einer Ecke meines Regals.

Vor gut drei Wochen keimte so aus dem Nichts der Wunsch in mir auf wieder Poi zu spielen. Das letzte Mal habe ich versucht eine 3 Beat Weave reverse (also rückwärts) zu lernen und war kläglich gescheitert. Weder meine beiden Kontakte, noch Youtube konnte mir weiterhelfen und ich zermarterte mir das Hirn weich, wie ich das lernen könnte. Ich schnappte also meine Feurpois und versuchte wieder eine Art Routine in die Bewegungen zu bekommen. Dann ging es los. Erneut zog ich mir mehrere Stunden Videos über Tage vereteilt rein um diesen Move zu lernen. Zugegeben, da meine alten Übungspois kaputt waren und ich also nur meine Feuerpois hatte (die auch ein wenig kaputt sind), sah ich nach den Übungen meistens aus wie eine Mischung aus Schornsteinfeger und Emo, da sich unten der Draht gelöst hatte und jedes mal wenn ich mich traf, hatte ich kurzerhand Schnittwunden an den Armen (und auch eine auf der Stirn -.-*) Ich kaufte mir also neue Übungspois mit Socke damit es jetzt zumindest nur noch blaue Flecke werden konnten.

Aber all das Blut und der Schweiß haben schließlich Früchte getragen und ich habe endlich den gewünschten Move drauf *yeeha* und so langsam taste ich mich an andere Moves heran, immer sehr intensiv und in kurzenn Zeitabständen, wenn es mal gar nicht klappt versuche ich einen nächsten und gehe dann wieder zum vorherigen zurück. So wird es auch nicht ganz so langweilig. Ich glaube, was ich mit diesem endlosem Geschwafel sagen will, ist dass Dinge manchmal Zeit brauchen um sich zu entwickeln. Ich habe Monate daran gesessen rückwärts die Weave spielen zu können und nach ner Pause von knapp 2 Jahren hab ich sie innerhalb einer Woche gelernt…mit mehreren Stunden Training. An manchen Dingen muss man einfach festhalten und dran glauben. Deshalb glaube ich auch, dass es hoffentlich nicht mehr so lange dauern wird, bis ich wieder einmal mit dem Feuer spielen kann. Mir brennt es buchstäblich in den Fingern wieder diese unbeschreiblich schöne Kraft in den Händen zu halten, die Wärme zu spüren und das Tosen in meinen Ohren zu hören. Diese Erfahrung war so wunderschön und es wäre großartig wenn sich das in nicht allzu ferner Zukunft iwderholen würde. Vielleicht habe ich ja trotz der langen Pause weniger Angst als das erste Mal auch wenn der Respekt vor dem Feuer immer leiben wird und bleiben sollte. Irgendwie kann ich meine Feuerzugehörigkeit nie ganz abstreiten, selbst wenn ich es manchmal gerne täte 😉

 

BB

Sunray