Die Magie des Feuers – und der fliegenden Kugeln

Manchmal stellt man fest, dass man etwas gerne gemacht hat, auch wenn es schon Jahre her ist. Und irgendwann kommt durch einen kleinen Impuls, der Wunsch wieder hoch es fortzusetzen. So erging es mir in den letzten Wochen mit meinen Pois ( https://de.wikipedia.org/wiki/Poi). Angefangen hat es damals vor ein paar Jahren wie (oft üblich) auf einem klienen, aber feinen Mittelaltermarkt auf Schloss Broich, fasziniert von den fliegenden Feuerkugeln (damals war ich noch mehr in meinem Feuerelement zu dem Zeitpunkt) wollte ich das Ganze natürlich auch erlernen diese Kraft zu bändigen. Diversen Internetforen und Youtube sei Dank hatte ich also mir ein paar Grundlagen angesehen und meine ersten Pois ergattert (So schöne Säckchen mit gelben Schweif). Ich probierte herum, probierte aus, schlug mich fast jedes Mal rün und blau, wenn die eigenwilligen Dinger mal wieder meinten mir ins Gesicht fliegen zu müssen…ja Körperhaltung ist sehr wichtig, ebenso wie das beinahe-ausrenken seiner Arm- und Schultergelenke. Mit der Zeit wurde ich dann besser (Fortschritte sind relativ schnell sichtbar, ein Vorteil dieser Kunst :-)) udn ich lernte eine Frau aus der Nähe kennen, die bereit war mit mir in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen zu üben. Irgendwann sagte sie ich könne es ruhig mal mit Feuer versuchen und drückte mir ihre in Lampenöl getränkten Feuerpois in die Pfoten. Auf der einen Seiten war ich davon total fasziniert, aber ich war ebenso ein kleiner Schisser und hatte fürchterliche Angst mich zu verbrennen. Dementsprechen hielt ich die Feuerpois so weit weg wie möglich von mir, als sie angezündet wurden. Ich übte ein paar Kreise und ging dann in eine zwar Standard- (aber sehr schöne) Figur über. Da bemerkte ich das erste Mal das Feuer nicht nur prasseln und knistern, sondern auch ohrenbetäubend laut rauschen konnte. Wie tosende Wasserfälle rauschte das Feuer in meinen Ohren, aber nach einiger Zeit wurde ich merklich lockerer und entspannter. Das war sie also, die geballte Kraft des Feuers in meinen Händen, ein Wahnsinnsgefühl.

Ich probierte es noch ein zweites Mal ein oder zwei Monate später. Dann war bei mir auf einmal irgendwie Funkstille. Ich kam nicht mehr zum üben oder nahm mir einfach keine Zeit dafür und meine Pois verschwanden in einer Ecke meines Regals.

Vor gut drei Wochen keimte so aus dem Nichts der Wunsch in mir auf wieder Poi zu spielen. Das letzte Mal habe ich versucht eine 3 Beat Weave reverse (also rückwärts) zu lernen und war kläglich gescheitert. Weder meine beiden Kontakte, noch Youtube konnte mir weiterhelfen und ich zermarterte mir das Hirn weich, wie ich das lernen könnte. Ich schnappte also meine Feurpois und versuchte wieder eine Art Routine in die Bewegungen zu bekommen. Dann ging es los. Erneut zog ich mir mehrere Stunden Videos über Tage vereteilt rein um diesen Move zu lernen. Zugegeben, da meine alten Übungspois kaputt waren und ich also nur meine Feuerpois hatte (die auch ein wenig kaputt sind), sah ich nach den Übungen meistens aus wie eine Mischung aus Schornsteinfeger und Emo, da sich unten der Draht gelöst hatte und jedes mal wenn ich mich traf, hatte ich kurzerhand Schnittwunden an den Armen (und auch eine auf der Stirn -.-*) Ich kaufte mir also neue Übungspois mit Socke damit es jetzt zumindest nur noch blaue Flecke werden konnten.

Aber all das Blut und der Schweiß haben schließlich Früchte getragen und ich habe endlich den gewünschten Move drauf *yeeha* und so langsam taste ich mich an andere Moves heran, immer sehr intensiv und in kurzenn Zeitabständen, wenn es mal gar nicht klappt versuche ich einen nächsten und gehe dann wieder zum vorherigen zurück. So wird es auch nicht ganz so langweilig. Ich glaube, was ich mit diesem endlosem Geschwafel sagen will, ist dass Dinge manchmal Zeit brauchen um sich zu entwickeln. Ich habe Monate daran gesessen rückwärts die Weave spielen zu können und nach ner Pause von knapp 2 Jahren hab ich sie innerhalb einer Woche gelernt…mit mehreren Stunden Training. An manchen Dingen muss man einfach festhalten und dran glauben. Deshalb glaube ich auch, dass es hoffentlich nicht mehr so lange dauern wird, bis ich wieder einmal mit dem Feuer spielen kann. Mir brennt es buchstäblich in den Fingern wieder diese unbeschreiblich schöne Kraft in den Händen zu halten, die Wärme zu spüren und das Tosen in meinen Ohren zu hören. Diese Erfahrung war so wunderschön und es wäre großartig wenn sich das in nicht allzu ferner Zukunft iwderholen würde. Vielleicht habe ich ja trotz der langen Pause weniger Angst als das erste Mal auch wenn der Respekt vor dem Feuer immer leiben wird und bleiben sollte. Irgendwie kann ich meine Feuerzugehörigkeit nie ganz abstreiten, selbst wenn ich es manchmal gerne täte 😉

 

BB

Sunray